Mi., 25. November, 19:00 Uhr

Literaturhaus, Vortragssaal

Lesung

Eintritt frei, um Spenden wird gebeten.

„Espenbaum, dein Laub blickt weiß ins Dunkel. Meiner Mutter Haar ward nimmer weiß“

Erinnerung an Paul Celan anläßlich seines 100. Geburtstages und 50. Todestages

Referent: Karlheinz Müller, Lesung: Horst Schäfer

Die Liste der Buchtitel zu dem Erinnerungsjahr für Paul Celan ist lang und zeigt, daß er nach wie vor als einer der bedeutendsten deutschsprachigen Lyriker des 20. Jahrhunderts gilt. Thomas Sparrs „Todesfuge. Biographie eines Gedichts“ (2020) macht deutlich, wie dieses Gedicht, losgelöst vom Autor, ein Eigenleben entwickelte. Es wurde zum meistzitierten, -diskutieren und –rezipierten lyrischen Kunstwerk des 20. Jahrhunderts in deutscher Sprache.

Celans Lyrik ist eine Art „Trauerarbeit mittels Sprache“ (O. Knörrich) und gilt wegen des Hermetismus, des Metaphernreichtums und –geflechts, der oft alogischen Wortschöpfungen und kryptischen realen Bezügen als schwer verstehbar, aber jedem Gedicht sei ein „20. Jänner“ eingeschrieben, wie er in der Büchnerpreisrede 1960 darlegte; dieses Datum ist nicht nur Zitat aus Büchners „Lenz“, sondern meint auch den 20. Januar 1942 als Datum der „Wannsee-Konferenz“, in der die „Endlösung der Judenfrage“ festgelegt wurde.

Neben dem lyrischen Werk übersetzte Celan viel, so etwa aus dem Russischen (A. Block, O. Mandelstam, S. Jessenin), Englischen und Französischen. Außerdem führte er umfangreiche intensive Briefwechsel, u. a. mit I. Bachmann und N. Sachs.

Geboren wurde Paul Celan am 23. 11. 1920 als Paul Antschel in Czernowitz als Sohn deutschsprachiger Juden. Nach einem abgebrochenen Medizinstudium in Tours studierte er Romanistik in Czernowitz. Von 1941-44 war er in verschiedenen Arbeitslagern, seine Eltern wurden von den Nazis ermordet. 1947 emigrierte er nach Wien, ab 1948 lebte er als freier Schriftsteller, Dozent und Übersetzer in Paris. Um den 20. April 1970 suchte er den Tod in der Seine.

Karten reservieren unter daundkarlh.mueller@freenet.de

Veranstalter Elisabeth-Langgässer-Gesellschaft e. V.

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