VERANSTALTUNG ABGESAGT

Do., 06. Mai, 19:00 Uhr

Literaturhaus, Vortragssaal

Vortrag

Eintritt Eintritt frei, Spenden willkommen

„Denn ich kann nicht vergessen/ohne mich zu erinnern“ Erich Fried (6. 5. 1921 – 22. 11. 1988) zum 100. Geburtstag

Referent: Karlheinz Müller, Lesung: Horst Schäfer

Der als Kind einer jüdischen Familie in Wien geborene Erich Fried mußte als Siebzehnjähriger erleben, wie sein Vater nach Gestapo-Haft an den Mißhandlungen starb; ihm gelang mit seiner Mutter die Flucht nach England, wo er sich mit verschiedenen Tätigkeiten, u. a. bei der BBC, durchschlug.

Von 1958 an publizierte er über zwanzig Lyrikbände, von denen „und Vietnam und“ (1966) und „Liebesgedichte“ (1979) zu den bekanntesten zählen. Mit seinen hohen Auflagen und seinem öffentlichen Wirken darf er als der erfolgreichste deutsche Lyriker nach 1945 gelten; auch mit seinen Übersetzungen von Dylan Thomas und Shakespeare erwarb er große Anerkennung.

Der Büchnerpreis 1987 sorgte in Darmstadt und darüber hinaus für einen politischen Eklat; seine „Ruf- und Warngedichte“ lösten oft scharfen Widerspruch aus – Politiker forderten dazu auf, seine Gedichte zu verbrennen, oder protestierten, als 1997 eine Schule in Wuppertal nach ihm benannt wurde. In seiner Laudatio zum Büchnerpreis urteilte Herbert Heckmann über seinen Freund Erich Fried: „Du lebst die Sprache und spürst, wie sich der Verfall der Welt in sie einnistet, wie der Tod sie umlauert…Menschen sterben, weil sie Vorurteil zeichnet, Menschen verhungern, weil sie keinen Posten in einer Bilanz ausmachen. Welche Perversion gehört dazu, den als unbequem abzutun, der diesen Wahnsinn unmißverständlich anprangert?“

Veranstalter Elisabeth-Langgässer-Gesellschaft und Gesellschaft zur Pflege und Verbreitung deutschsprachiger jüdischer Dichtung e.V

In Kooperation mit

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