VERANSTALTUNG ABGESAGT

Do., 18. Februar, 19:00 Uhr

Literaturhaus, Vortragssaal

Vortrag

Eintritt Eintritt frei, Spenden willkommen

„Ich glaube an Gott, der Liebe ist“ Erinnerung an Kurt Marti (31. 1. 1921 – 11. 2. 2017)

Referent: Karlheinz Müller Lesung: Horst Schäfer

Wie sein Landsmann Jeremias Gotthelf im 19. Jahrhundert war Kurt Marti Pfarrer und Schriftsteller, aber anders als dieser wollte er weder als Prediger noch als Autor ein patriarchalisches Christentum verkünden. Vielmehr sah er im christlichen Glauben die Chance für menschliche Lebensbedingungen und die Kraft, Tatbereitschaft mit dem Evangelium zu verbinden. Schon im Titel seines zweiten Gedichtbandes „republikanische Gedichte“ (1959) klingt dies an, und sein politisches Tagebuch „Zum Beispiel Bern 1972“ brachte ihm eine Anklage ein und verhinderte die Berufung auf den Lehrstuhl für Homiletik an der Berner Universität. Mit seiner Kritik an einer Schweizer Selbstgerechtigkeit und der sog. guten Gesellschaft stach er, wie auch Friedrich Dürrenmatt und Max Frisch, in manches Wespennest.

Stets wehrte er sich gegen eine Etikettierung als christlicher Schriftsteller, weil Christus als Adjektiv nach Ideologie klinge. Vielmehr gehe es darum, „im Sog der Ideologien Mensch bleiben zu können und Worte für andere Menschen zu finden“. Dieses sein „theopoetisches Programm“ brachte er auf die Formel, „christliche Dichtung nicht im Museum, sondern an den Autostraßen“ zu bringen. Sein Appell war, daß „Gott ein Tätigkeitswort werde“.

Kurt Marti war geprägt von der Theologie Karl Barths, dessen Kampf gegen den Nationalsozialismus für ihn Vorbildsfunktion hatte. Von 1961 bis zu seinem Ruhestand war er Pfarrer an der Berner Nydeggkirche, in der er auch „in bärner umgangssprach“ predigte.

 

Veranstalter Elisabeth-Langgässer-Gesellschaft und Gesellschaft zur Pflege und Verbreitung deutschsprachiger jüdischer Dichtung e. V. und Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit e. V.

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