Veranstaltung abgesagt

Do., 14. Januar, 19:00 Uhr

Literaturhaus, Vortragssaal

Vortrag

Eintritt Eintritt frei, Spenden willkommen

„Die Welt fängt im Menschen an“ Erinnerung an Franz Werfel

Referent: Karlheinz Müller, Lesung: Horst Schäfer

Der am 10. 9. 1890 in Prag geborene Franz Werfel stammte aus einer assimilierten deutsch-jüdischen gutbürgerlichen Familie. Er könnte als ein Glückskind der Literatur bezeichnet werden, bereits 1911 machte ihn sein ganz im Banne des Expressionismus stehender Lyrikband „Der Weltfreund“ über Nacht berühmt. Er wurde mit seinen Büchern zu einem der meistgelesenen deutschsprachigen Autoren und schrieb sich mit den Romanen „Verdi. Roman der Oper“ (1924), „Der Abituriententag“ (1928), „Barbara oder Die Frömmigkeit“ (1929), „Der veruntreute Himmel“ (1939) und „Das Lied von Bernadette“ (1941) in die Herzen des Lesepublikums. Seine Werke erzielten bis dahin unerreichte Auflagen.

Sein bedeutendster Roman der dreißiger Jahre „Die vierzig Tage des Musa Dagh“ (1933) erzählt vom Genozid an den christlichen Armeniern im Osmanischen Reich im Ersten Weltkrieg. Das umfangreiche Epos wurde so etwas wie die Nationaldichtung Armeniens und Werfel zu einer Art Nationalheiliger, wovon Schullektüre, Denkmal, Briefmarke u. a. zeugen. Man las nach 1933 „Die vierzig Tage des Musa Dagh“ auch als Prophetie auf die Verbrechen der Nazis und die Shoa.

1929 heiratete Werfel die elf Jahre ältere Alma Mahler, mit der ihm die abenteuerliche Flucht über die Pyrenäen in die USA gelang. Dort konnte er als Autor sofort Fuß fassen. Er starb am 26. 8. 1945 in Beverly Hills.

Bis in die sechziger Jahre erlebten seine Bücher viele Neuauflagen und Verfilmungen, dann verblaßte sein Ruhm stark. Eine Neubewertung seines Œuvres täte not, besonders im Hinblick auf die Bedeutung von Judentum und Christentum.

Veranstalter Elisabeth-Langgässer-Gesellschaft und Gesellschaft zur Pflege und Verbreitung deutschsprachiger jüdischer Dichtung e. V. und Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit e. V.

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