Mi., 17. Juni, 19:00 Uhr

Literaturhaus, Vortragssaal

Lesung

Eintritt frei, Spenden willkommen

"An Stelle von Heimat halte ich die Verwandlungen der Welt" - Erinnerung an Nelly Sachs zu ihrem 50. Todesjahr

Referent: Karlheinz Müller / Lesung: Dagmar Müller

Die am 12. Mai 1970 in Stockholm verstorbene Nelly Sachs wurde am 10. Dezember 1891 in Berlin geboren. Ihre Jugend war, ausgelöst durch eine Liebesbeziehung, von einer schweren Krise überschattet. Nach dem Tode des Vaters 1930 und unter Eindruck der Judenverfolgung wandte sie sich der Mystik, dem Chassidismus und der Kabbala zu. Selma Lagerlöf ist es zu verdanken, daß sie und ihre Mutter im Mai 1940 ein Einreisevisum für Schweden erhielten, wo sie unter ärmlichen Bedingungen lebte – und dichtete.

Ängste, Schmerz des Überlebthabens und Verzweiflung stürzten sie immer wieder in Krisen, die Aufenthalte in Nervenkliniken nötig machten. Ihre Dichtung, ein „poetisches Gesamtwerk, das einmalig ist in unserer Zeit“ (Siegfried Unseld), rang sie ihrer Krankheit ab. Sie erhielt mehrere Auszeichnungen, u. a. den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels und den Nobelpreis, wodurch sie späte Anerkennung fand.

Veranstalter Elisabeth-Langgässer-Gesellschaft, Gesellschaft zur Pflege und Verbreitung deutschsprachiger jüdischer Dichtung e. V. und Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit e. V.

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