Di., 22. Januar, 18:00 Uhr
Gespräch, Vortrag

Eintritt frei

44. Bibliotheksgespräch in der Alexander-Haas-Bibliothek. Jugendliche zwischen Kreuz und Hakenkreuz. Willi Graf und der Graue Orden.

Franz-Josef Schäfer

Der Pädagoge und Historiker Franz Josef Schäfer stellt die Schul- und Jugendzeit von Willi Graf (1918-1943) vor, der neben Sophie und Hans Scholl, Christoph Probst, Alexander Schmorell und Kurt Huber zum inneren Kreis der studentischen Widerstandsgruppe „Weiße Rose‟ zählte.

Er geht auf Grafs Jugendzeit in Saarbrücken ein, das Elternhaus, seine Schulzeit im humanistischen Ludwigsgymnasium Saarbrücken und insbesondere seine Aktivitäten im katholischen Bund Neudeutschland (ND). Nach dem Anschluss des Saargebietes an Hitler-Deutschland im März 1935 wirkte Graf im illegalen Grauen Orden mit, weil er die Annäherungsversuche von geistlichen ND-Führern an das NS-Regime missbilligte.18 Jugendliche des Grauen Ordens wurden 1938 wegen „bündischer Umtriebe‟ angeklagt, jedoch amnestiert nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich.

Graf, der sich geweigert hatte, in die HJ einzutreten, studierte ab 1937 Medizin, wurde 1939 gemustert und war u. a. an der Ostfront eingesetzt. Dort sah er das entsetzliche Elend im Warschauer Ghetto und wurde Zeuge weiterer Verbrechen von SS und deutscher Wehrmacht. An der Ostfront nahmen in den Gesprächen mit den Kommilitonen Hans Scholl und Alexander Schmorell die Pläne zum aktiven Widerstand Gestalt an, die dann vor allem in München und von Willi Graf im Saarland umgesetzt wurden.

Die Monografie von Franz-Josef  Schäfer: „Willi Graf und der Graue Orden“ ist 2017 im Röhrig Universitätsverlag St. Ingbert erschienen.

Veranstalter Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit e. V.

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