Hauptprogramm – Literaturhaus Darmstadt

Aktuelles Programmheft

Hier finden Sie unser aktuelles Programmheft als Download.

Alle Veranstaltungen im Hauptprogramm des Literaturhauses finden – sofern nicht anders vermerkt – im Vortragssaal des Darmstädter „John-F.-Kennedy-Hauses“, Kasinostraße 3, jeweils um 19 Uhr statt.

Thomas Melle: Die Welt im Rücken
Di., 07. Februar, 19 Uhr

„Es ist Literatur, doch alles ist wahr, nichts erfunden“, sagt Thomas Melle zu seinem Roman, der 2016 auf der Shortlist zum Deutschen Buchpreis stand und von der Presse und seinen zahlreichen Lesern als große Kunst und Literatur hochgelobt wurde.

„Wenn Sie bipolar sind, hat Ihr Leben keine Kontinuität mehr. Die Krankheit hat Ihre Vergangenheit zerschossen, und in noch stärkerem Maße bedroht sie Ihre Zukunft. Mit jeder manischen Episode wird Ihr Leben, wie Sie es kannten, weiter verunmöglicht. Die Person, die Sie zu sein und kennen glaubten, besitzt kein festes Fundament mehr. Sie können sich Ihrer selbst nicht mehr sicher sein. Und Sie wissen nicht mehr, wer Sie waren“, schreibt der Autor zu seinem Buch.

Er leidet seit vielen Jahren an der manisch-depressiven Erkrankung, auch bipolare Störung genannt. Er erzählt davon, von persönlichen Dramen und langsamer Besserung – und gibt einen außergewöhnlichen Einblick in das, was in einem Erkrankten vorgeht. Die fesselnde Chronik eines zerrissenen Lebens, ein autobiografisch radikales Werk von höchster literarischer Kraft.

Leben ist Schreiben, in diesem Buch geht es um die Grenzen im Kopf, um die Grenzen von Fiktion und Wirklichkeit, um die Poetik des Authentischen, um Leben und Schreiben.

Sein Gesprächspartner an diesem Abend wird Ulrich Sonnenschein von hr2-kultur sein.

Eintritt 6 €, ermäßigt 4 €

Programmübersicht

Thomas Brussig: Beste Absichten
Mi., 08. März, 19 Uhr

Die letzten Monate der DDR: Immer mehr Menschen machen sich auf den Weg nach Ungarn, Polizisten schauen bei Kontrollen nicht mehr ganz genau hin, und für Konzerte braucht man keine Spielerlaubnis mehr. Es ändert sich was, und „Die Seuche“ ist mittendrin. Sie sind die letzte Band der DDR und ihr großer Durchbruch ist eigentlich nur eine Frage der Zeit. Doch dann kommt die Wende dazwischen: Musik spielt plötzlich keine Rolle mehr, und Geld wird immer wichtiger. Thomas Brussig erzählt mit Leichtigkeit und Witz von dem Traum einer Band und davon, wie es ist, wenn etwas zu Ende geht und gleichzeitig etwas Neues beginnt.

Thomas Brussig, 1964 in Berlin geboren ist einer der erfolgreichsten deutschen Autoren der jüngeren Zeit. In seinen Büchern geht es vor allem um die DDR und die Zeit der Wende. Er trifft den Ton jener Menschen, die die Wende miterlebt haben. „Helden wie wir“, 1995 erschienen, wurde ein Bestseller und auch der Kinofilm „Sonnenallee“, für den er zusammen mit Detlev Buck und Leander Haußmann das Drehbuch schrieb, war ein großer Erfolg.

Eintritt 6 €, ermäßigt 4 €

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Michael Krüger: Das Irrenhaus
Di., 14. März, 19 Uhr

„An Literatur begeistert mich, dass man mit 26 Buchstaben alles ausdrücken kann, was vorstellbar ist. Milliarden Bücher füllen. Kein anderes System, kein anderes Spiel kann das.“
Michael Krüger

In seinem Roman erzählt Michael Krüger die Geschichte eines Mannes, der nichts sehnlicher wünscht, als etwas weniger Leben und etwas mehr Langeweile. Doch in dem Haus, in das er sich zurückzieht, findet er genau das Gegenteil, einen Käfig voller Narren, und wird schließlich von einem Leben überrollt, das nicht sein eigenes ist, oder doch? Erzählt wird die Geschichte eines Mannes, der mit dem Glück, das ihm in den Schoß fällt, partout nichts anfangen kann, und vom Scheitern und der Fragilität des Seins.

„Ein ironisches Spiel mit Lebensentwürfen.“
Hessischer Rundfunk, Sylvia Schwab

Michael Krüger, geboren 1943 in Wittgendorf/Sachsen-Anhalt, lebt in München und ist zurzeit Präsident der Bayerischen Akademie der Schönen Künste. Er war viele Jahre Verlagsleiter der Carl Hanser Literaturverlage und Herausgeber der „Akzente“ sowie der „Edition Akzente“. Er ist Mitglied verschiedener Akademien und Autor mehrerer Gedichtbände, Geschichten, Novellen, Romane und Übersetzungen.

Das Gespräch mit Michael Krüger führt die Journalistin Sylvia Schwab.

Eintritt 6 €, ermäßigt 4 €

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Nedim Gürsel: Der Sohn des Hauptmanns
Di., 28. März, 19 Uhr

„Ein bewegendes, scharfsinniges und sehr persönliches Buch“
Le Figaro

Ein alter, ehemaliger Journalist in Istanbul, der bereits die Nähe des Todes spürt, vertraut einem Tonbandgerät seine Lebensgeschichte an. Er denkt zurück an seine Kindheit in einer Garnisonsstadt in der türkischen Provinz, an die Großmutter, an den unnahbaren Vater, der als Mitglied des Militärs am Putsch von 1960 beteiligt war.

Als alter Mann begreift er immer mehr, wie sehr seine Kindheit und Jugend sein Leben bestimmt haben: Die frühverstorbene Mutter und ihr Tod, der ihm stets fremd gebliebende Vater und dessen politische Ansichten, seine Einstellung zur Welt und zur Politik.

Die Geschichte eines Mannes und die seiner Heimat: Mit diesem politisch hochaktuellen Roman erweist sich Nedim Gürsel einmal mehr als scharfsinniger Kenner der Geschichte seines Landes.

Nedim Gürsel, 1951 in Gaziantep, Türkei, geboren, lebt heute in Frankreich. Er lehrte türkische Literatur an der Sorbonne und ist der Vorsitzende für türkische Literaturforschung am Centre National de la Recherche Scientifique. Seine Bücher werden in zahlreiche Sprachen übersetzt.

Eintritt 6 €, ermäßigt 4 €

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Feridun Zaimoglu: Evangelio. ein Luther-Roman
Di., 04. April, 19 Uhr

500 Jahre Reformation.
Mai 1521 auf der Wartburg. Martin Luther, der vom Kurfürsten von Sachsen in Gewahrsam genommen wurde, sieht sich größten Anfechtungen ausgesetzt, vollbringt aber auch sein größtes Werk: In nur zehn Wochen übersetzt er das Neue Testament ins Deutsche. Der Landsknecht Burkhard, aus dessen Perspektive der Roman erzählt wird, ist Martin Luther zum Schutze an die Seite gestellt. Zaimoglu erzählt von einer Zeit im Umbruch und der Macht und Ohnmacht des Glaubens: Von Martin Luther, einem Grenzgänger zwischen geltenden Auffassungen von Religion.

Feridun Zaimoglu wurde 1964 im anatolischen Bolu geboren und verbrachte die ersten zwei Jahrzehnte seines Lebens in München, Berlin und Bonn, bevor er 1985 nach Kiel kam, um dort Kunst und Humanmedizin zu studieren. Die Türkei ist das Heimatland seiner Eltern. Für ihn, Feridun Zaimoglu, ist es jedoch Deutschland – und seine Heimatstadt ist Kiel. In seinen Werken stehen meist die Ausgegrenzten im Mittelpunkt. Als freier Journalist schreibt er u. a. für ‚Die Zeit‘, ‚Die Welt‘ und den Tagesspiegel‘ Literaturkritiken und Essays, er ist vor kurzem zum Ehrenprofessor für Deutschsprachige Gegenwartsliteratur an die Uni Kiel berufen worden.

Das Gespräch mit Feridun Zaimoglu führt der Journalist Martin Maria Schwarz, hr2-kultur zeichnet auf.

Eintritt 6 €, ermäßigt 4 €

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Bodo Kirchhoff: Widerfahrnis
Di., 25. April, 19 Uhr

Deutscher Buchpreis 2016!

In ihrer Begründung schrieb die Jury:„Bodo Kirchhoff erzählt vom unerhörten Aufbruch zweier Menschen, die kein Ziel, nur eine Richtung haben – den Süden. Es treibt sie die alte Sehnsucht nach der Liebe, nach Rotwein, Italien, einem späten Abenteuer. Als sie eine junge Streunerin auflesen, begegnen sie den elementaren Themen ihrer Vergangenheit wieder: Verlust, Elternschaft, radikaler Neuanfang. Kirchhoff gelingt es, in einem dichten Erzählgeflecht die großen Motive seines literarischen Werks auf kleinem Raum zu verhandeln. Gleichzeitig erzählt er von unserer Gegenwart und davon, wie zwei melancholische Glückssucher den Menschen begegnen, die in der Jetztzeit den umgekehrten Weg von Süden nach Norden antreten. Kirchhoffs ,Widerfahrnis‘ ist ein vielschichtiger Text, der auf meisterhafte Weise existentielle Fragen des Privaten und des Politischen miteinander verwebt und den Leser ins Offene entlässt.“

„Liebe und Italien und das Scheitern – diese Konstellation ist unschlagbar“, schrieb Helmut Bötticher in der ZEIT.

Wir freuen uns auf diesen Abend mit einem der wichtigsten Gegenwartsautoren.

Eintritt 6 €, ermäßigt 4 €

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Franzobel: Das Floß der Medusa
Di., 02. Mai, 18 Uhr Kunsthalle Darmstadt

18 Uhr, Führung zur Finissage
Letzte Gelegenheit: Zur Finissage der Hans-Schabus-Ausstellung „The Long Road from Tall Trees to Tall Houses“ führt der Direktor León Krempel.

19 Uhr, Lesung in der Kunsthalle Darmstadt
18. Juli 1816: Vor der Westküste von Afrika entdeckt der Kapitän der Argus ein etwa zwanzig Meter langes Floß. Was er darauf sieht, lässt ihm das Blut in den Adern gefrieren: Hohle Augen, ausgedörrte Lippen, Haare, starr vor Salz, verbrannte Haut voller Wunden und Blasen … Die ausgemergelten, nackten Gestalten sind die letzten 15 von ursprünglich 147 Menschen, die nach dem Untergang der Fregatte Medusa zwei Wochen auf offener See überlebt haben. Da es in den Rettungsbooten zu wenige Plätze gab, wurden sie einfach ausgesetzt. Diese historisch belegte und sehr aktuelle Geschichte bildet die Folie für Franzobels epochalen Roman, der in den Kern des Menschlichen zielt. Wie hoch ist der Preis des Überlebens?

Franzobel ist der Sohn eines Chemiearbeiters. Er absolvierte die Höhere Technische Lehranstalt für Maschinenbau in Vöcklabruck und studierte von 1986 bis 1994 in Wien Germanistik und Geschichte, nebenbei war er als Komparse am Wiener Burgtheater. Das Studium schloss er mit einer Diplomarbeit über Visuelle Poesie ab. Seit 1989 ist er als freier Schriftsteller tätig. Er lebt in Wien, Pichlwang, Buenos Aires und Orth an der Donau. Über die Herkunft seines Künstlernamens gibt es zahlreiche Legenden. Darüber werden wir sicher an dem Abend auch etwas erfahren.

Eintritt 10 €

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Mahi Binébine: Der Himmel gibt, der Himmel nimmt.
Di., 09. Mai, 19 Uhr

Der marokkanische Autor und Maler Mahi Binébine greift ein Motiv auf, das deutschen Lesern durch Günter Grass vertraut ist: Ein Junge, der nicht wächst. Bei Binébine ist es gleich ein Baby, das nicht wachsen soll, weil ihn die Mutter bandagiert, um ihn als Krüppel tageweise an Bettlerinnen zu vermieten. Der Kleine, Krümelchen genannt, erregt das Mitleid der Passanten und lockert ihren Geldbeutel.

Krümelchen beobachtet die marokkanische Gesellschaft von unten. Er erzählt in der Ich-Form von der Grausamkeit der Mutter, von der Ausweglosigkeit seiner Brüder. Witzige Schwänke werden zu einem Entwicklungsroman, in dem ein anfangs hilfloses Wesen zu einem starken, autonomen Individuum wird.

Ein aktueller Roman über die Befreiung von der Mutter.

Mahi Binébine ist 1959 in Marrakesch geboren. Er arbeitete lange als Maler und Schriftsteller in Paris, New York und Madrid. Seine Bilder hängen u. a. im Guggenheim-Museum. Seine Bücher schreibt er auf Französisch. Bekannt wurde er u. a. durch den Roman „Les étoiles de Sidi Mounem“, der auch verfilmt wurde. Ein Auszug daraus soll an diesem Abend präsentiert werden.

Der Abend wird moderiert von Ruthard Stäblein.

Eintritt 6 €, ermäßigt 4 €

Eine Kooperation mit dem Alondra Institute, Frankfurt a. M.

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PEN - Zuflucht in Deutschland.
Texte verfolgter Autoren

Di., 16. Mai, 19 Uhr

Das Writers-in-Exile Programm des PEN Zentrum Deutschland ist ein Stipendienprogramm für verfolgte Schriftsteller, das von der Bundesregierung und der Stadt Darmstadt finanziert wird. Die geflüchteten Autorinnen und Autoren sollen hier die Ruhe und Konzentration finden, um wieder ihrem Beruf, dem Schreiben, nachgehen zu können. Für maximal drei Jahre steht eine möblierte Wohnung in einer der größeren deutschen Städte zur Verfügung, dazu ein monatliches Stipendium. Die Autoren werden, sobald sie sich von den erlittenen Strapazen in ihrer Heimat halbwegs erholt haben, ermutigt, ihre Arbeit als Schriftsteller fortzusetzen. Die Kollegen vom deutschen PEN bringen sie in Kontakt mit Redakteuren, Verlegern und Kollegen in ihrer Umgebung. Darüber hinaus verschaffen sie ihnen Auftritts- und Veröffentlichungsmöglichkeiten.

Hinter den versammelten Texten der Anthologie stehen Schicksale, die ein bezeichnendes Licht auf die politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse der Heimatländer dieser Autoren werfen. Ebenso die Probleme, die bewältigt werden müssen, wenn man als Schriftsteller in Deutschland eine neue Heimat finden muss.

Die Herausgeberin und Vizepräsidentin des PEN Franziska Sperr stellt zwei Darmstädter Stipendiaten Sanath Balasooriya aus Sri Lanka und Enoh Meyomesse aus Kamerun mit ihren Texten aus der Anthologie vor.

Eintritt 6 €, ermäßigt 4 €

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Hörspiel im Haus. Über Literatur im Radio
Eine Veranstaltung der Reihe "Hinter den Worten. Literatur gestalten in Hessen"

Di., 06. Juni, 19 Uhr

1924 wird von Frankfurt aus das erste deutsche Hörspiel live ausgestrahlt, Hans Fleschs „Zauberei auf dem Sender“. Bis sich das neue Genre durchsetzt, dauert es noch, aber ab den 1950er Jahren finden viele große Schriftsteller ihr Publikum über das Radio. Heute spielt auch das Hörbuch eine wichtige Rolle, und die großen Produktionen sind nicht nur in den CD-Regalen des Buchhandels, sondern auch auf Download-Plattformen zu finden.

Hans Sarkowicz ist als Ressortleiter bei hr2-kultur für die Literatur und das Hörspiel zuständig.

Wer entscheidet, welches Buch zum Hörspiel wird, wie findet man die richtigen Stimmen, und was macht eigentlich ein Regisseur? Im Gespräch mit Adrienne Schneider erlaubt Sarkowicz dem Publikum einen Blick hinter die Kulissen und präsentiert in Hörspielausschnitten über 90 Jahre Radiogeschichte, darunter auch Werke der Darmstädter Autoren Wolfgang Weyrauch und Robert Stromberger.

Eintritt 6 €, ermäßigt 4 €

„Hinter den Worten“ ist eine Veranstaltungsreihe der Häuser der Literatur im Hessischen Literaturrat e.V., unterstützt vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst und hr2-kultur.

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Aleš Šteger: Logbuch der Gegenwart und
Ilija Trojanow: Nach der Flucht

Di., 13. Juni, 19 Uhr

Ein bestimmter Tag im Jahr, ein bestimmter Ort auf der Welt: Für sein einzigartiges „Logbuch der Gegenwart“ sucht Aleš Šteger Orte auf, dorthin, wo die Wunden unserer Zeit klaffen. Jeweils exakt zwölf Stunden nimmt er sich, um die Eindrücke festzuhalten, die durch seine Augen und Hände direkt aufs Papier fließen. So entstehen Momente der Wachheit, die den Leser/die Leserin direkt ins Herz unserer Gegenwart führen.

Als einer der bedeutendsten slowenischen Gegenwartsautoren fängt Aleš Šteger mit seiner Sprachbegabung hochbrisante Themen, Schauplätze und Schicksale unserer Zeit literarisch ein: Authentisch, unvermittelt und hautnah.

Eine Milliarde Menschen fliehen weltweit vor Krieg, Hunger und Gewalt, das 21. Jahrhundert erweist sich als das Zeitalter des Flüchtlings. Doch meist steht die Anzahl der Flüchtenden oder die dramatische, schreckliche und gefährliche Flucht Einzelner im Mittelpunkt des medialen Interesses. Doch was geschieht danach, wenn der Mensch am Ende seiner Flucht angekommen ist?

Ilija Trojanow hat mit vielen Flüchtlingen über das Danach gesprochen und schreibt sehr persönlich darüber, wie ihn seine Flucht noch immer prägt und ob so etwas wie die transnationale Existenz möglich ist.

Mit beiden Autoren spricht der Leiter der hr-Literaturredaktion Alf Mentzer, hr2-kultur zeichnet auf.

Eintritt 6 €, ermäßigt 4 €

In Kooperation mit der Deutsch-Bulgarischen Gesellschaft

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Auswärtsspiel
Woanders lesen in Darmstadt
Literaturverfilmung: Die Geträumten

Di., 20. Juni, 20 Uhr Programmkino Rex

Literaturhaus und Centralstation fliegen wieder aus für vier Literaturveranstaltungen an ungewöhnlichen Orten.
Und danach? Wer weiß – schließlich ist Sommer und die Tage sind lang!

Unter dem Titel „Herzzeit“ erschien 2008 der Briefwechsel zwischen Ingeborg Bachmann und Paul Celan als Buch – und wurde unerwartet zum Bestseller. Die renommierte österreichische Regisseurin Ruth Beckermann hat nun dieses Buch zusammen mit der Literaturkritikerin und frischgebackenen Frankfurter Kulturdezernentin Ina Hartwig unter dem Titel „Die Geträumten“ auf vollkommen ungewöhnliche Weise verfilmt. Ihr gelingt ein Brückenschlag zwischen der dramatischen Liebesgeschichte aus der Vergangenheit und einer Erzählung über die Beziehung zwischen den Geschlechtern heute. Selten wurde Literatur mit solcher Sensibilität für Zwischentöne auf die große Leinwand übertragen.

Eintritt  7 €

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Auswärtsspiel
Woanders lesen in Darmstadt
Philipp Winkler: Hool

Mi., 21. Juni, 19:30 Uhr Jonathan-Heimes-Stadion

Literaturhaus und Centralstation fliegen wieder aus für vier Literaturveranstaltungen an ungewöhnlichen Orten.
Und danach? Wer weiß – schließlich ist Sommer und die Tage sind lang!

Jeder Mensch hat zwei Familien. Die, in die er hineingeboren wird, und die, für die er sich entscheidet. „Hool“ ist die Geschichte von einem, der sich durchboxt, um das zu schützen, was ihm heilig ist: seine Blutsbrüder, die besten Jahre, ihre Freundschaft. Philipp Winkler hat einen Sound, der unter die Haut geht. Mit „Hool“ stellt er sich in eine große Literaturtradition: denen eine Sprache zu geben, die keine haben. Sein Debütroman kam 2016 auf die Shortlist für den Deutschen Buchpreis.

Eintritt
VVK: 10 €, ermäßigt 8 €
AK: 12 €, ermäßigt 10 €

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Auswärtsspiel
Woanders lesen in Darmstadt
Nele Pollatschek: Das Unglück anderer Leute

Do., 22. Juni, 19:30 Uhr Schloßgraben, Treffpunkt Brückenhäuschen (gegenüber Karolinenplatz)

Literaturhaus und Centralstation fliegen wieder aus für vier Literaturveranstaltungen an ungewöhnlichen Orten.
Und danach? Wer weiß – schließlich ist Sommer und die Tage sind lang!

Rabenmütter, Vaterwunden, Geschwisterliebe. In ihrem verblüffenden Debüt spielt Nele Pollatschek mit Statistik und Magie – und erzählt dabei eine turbulente, hochkomische und tieftraurige Geschichte vom Schicksalsschlag, eine Familie zu haben.

„Der Tod ist ja bekanntlich nicht das Ende, sondern der Anfang. In diesem Buch der Anfang einer Familienkomödie, die wiederum eines der besten Enden hat, die ich je gelesen habe“, sagt Alina Bronsky zum Buch.

Die Veranstaltung wird unterstützt durch das Kunstforum der TU Darmstadt.

Eintritt
VVK: 10 €, ermäßigt 8 €
AK: 12 €, ermäßigt 10 €

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Auswärtsspiel
Woanders lesen in Darmstadt
Nora Gomringer: Mode

Sa., 24. Juni, 19:30 Uhr Heckmann (Modeladen), Schulstraße 5

Literaturhaus und Centralstation fliegen wieder aus für vier Literaturveranstaltungen an ungewöhnlichen Orten.
Und danach? Wer weiß – schließlich ist Sommer und die Tage sind lang!

Nach "Monster" und "Morbus" folgt der nächste Streich der Bachmannpreisträgerin Nora Gomringer - "Mode". Ein weiteres Mal spenden Gomringers Zeilen dem Leser Grauen und Leseglück vor dem Hintergrund vieler literarischer und kultureller Anspielungen. Mit dem Blick auf das Detail das große Ganze anzusprechen und es zu befragen, das ist das Merkmal von Gomringers Lyrik, die zwischen Schock und Schönheit, Formenvielfalt und Strenge wandelt.

Eintritt
VVK: 10 €, ermäßigt 8 €
AK: 12 €, ermäßigt 10 €

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