Aktuelles Programmheft
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Alle Veranstaltungen des Literaturhauses finden – sofern nicht anders vermerkt – im Vortragssaal des Darmstädter „John-F.-Kennedy-Hauses“, Kasinostraße 3, jeweils um 20 Uhr statt. Eintritt 6 Euro (ermäßigt 4 Euro).
Christoph Hein und Wenzel
„Lieder und Texte. Prosa und Chansons.“
Di., 24. August, 20 Uhr
Der Schriftsteller Christoph Hein und der Lyriker & Sänger Wenzel sind seit Jahren befreundet.
Sie ließen sich stets vom Werk des anderen anregen.
So unterschiedlich sie künstlerisch strukturiert scheinen, verbindet beide doch Einiges:
Beide wuchsen in einer Kleinstadt auf.
Beide haben lange Zeit an Berliner Theatern gearbeitet.
Beide stammen aus der untergegangenen DDR, haben dort ihre Prägung erfahren und die Grenzen ausgetestet.
Ihr gemeinsames Auftreten an diesem Abend verspricht eine Besonderheit.
Die nüchternen, realistischen Geschichten Christoph Heins werden aufgeladen durch die Reibung mit Wenzels Liedern und gewinnen zusätzliche, lyrische Unterwelten.
Wenzels Lieder wiederum finden durch Heins Texte zu ihren möglichen Ausgangspunkten zurück.
So erleben wir, wie das Mythologische der Kunst genreübergreifend auf Realität verweist und gleichzeitig zur Realität für den Künstler wird.
Ein Dialog nicht nur zwischen zwei Personen.
Wenzel singt Wenzel und Hein. Hein liest Hein und Wenzel.
Wolfgang Frömberg
und Klaus Walter
„Spucke“
Di., 7. September, 20 Uhr
Wolfgang Frömbergs Debüt-Roman müsste Popliteratur genannt werden, wenn unter diesem Begriff nicht gemeinhin etwas anderes verstanden würde. Protagonist Förster arbeitet in der Redaktion der Kölner Popzeitschrift „Spucke“ und wird nicht nur von Stimmen heimgesucht, die durch seinen Kopf spuken. Der faule Zauber äußert sich in materiellen Provokationen, die Förster zu schlecht bezahlter Schufterei antreiben. Die Taschen sind leer, die Einflüsterungen reichhaltig. Förster interviewt Schriftsteller wie Bret Easton Ellis oder Zadie Smith, stattet dem legendären März-Verlag einen Besuch ab, setzt Musik und Filme in Bezug zur unbegreiflichen Wirklichkeit – und schreibt, um Ordnung ins Chaos zu bringen.
„Spucke“ ist durchaus Bekenntnisliteratur, aber das vom Feinsten. (Oliver Jungen, FAZ)
Wolfgang Frömberg wurde 1973 in Köln geboren. Seit 2000 schreibt er in zunehmender Regelmäßigkeit über Popkultur. Von 2002 bis Ende 2006 arbeitete er als Redakteur bei Spex, seit Anfang 2007 ist er Teil der Redaktion des Magazins Intro. Wolfgang Frömberg lebt in Köln-Mülheim und hat eine Tochter.
Wer aus Hessen kennt wohl nicht Klaus Walter?!:
Von 1984 bis Ende 2008 stellte Klaus Walter in der Hörfunksendung „Der Ball ist rund“ im Hessischen Rundfunk Popmusik jenseits des Mainstreams vor.
Er schreibt zu Popkultur, Sport und Politik unter anderem für die Frankfurter Rundschau, die taz,
die Berliner Wochenzeitung jungle world sowie die Musikmagazine Intro und Rolling Stone.
Zu Gast im Hofgut Oberfeld !
Franz Dobler:
„Letzte Stories“
Di., 14. September, 20 Uhr
Hofgut Oberfeld
„Bei Scheune oder ähnlichem reagiere ich keineswegs ablehnend“, antwortete Franz Dobler auf die Anfrage, auf dem Hofgut Oberfeld in Darmstadt aus seinem neuen Buch zu lesen. Denn der 1959 geborene Autor und Musikliebhaber ist ein großer Fan der Country-Musik – und er gilt seit seiner Johnny-Cash-Biographie „The Beast in Me“ als einer der renommiertesten Experten dieses Genres. „Letzte Stories“ handelt von Katzen und Kindern, Kriminellen und Literaten, von Huren und Säufern und führt ins Las Vegas der 1950er Jahre. Außerdem legt Dobler im Alten Kuhstall Country-Musik auf.
Eine Gemeinschaftsveranstaltung in Kooperation mit der Centralstation und dem Hofgut Oberfeld
Einlass auf dem Hofgut Oberfeld ab 19.30 Uhr
VVK 8,00 Euro (zzgl. Gebühren)
AK 11,50 Euro
Reinhold Joppich und
Antonella Sellerio
„Amore, Amore“
Di., 21. September, 20 Uhr
„Amore, Amore“ – Ein furioser italienischer Abend mit Reinhold Joppich und Antonella Sellerio.
„Che cos‘ è l‘amore?“ Was ist die Liebe auf italienisch? Diese Frage beantwortet Reinhold Joppich mit Geschichten von Calvino bis Moravia, von Dario Fo bis Ermano Cavazzoni.
Über Reinhold Joppich, Jahrgang 49, – seit Jahren Vertriebsleiter im Verlag Kiepenheuer & Witsch- schreibt Uwe Timm: „Er hat ein gutes Ohr für Sprache, dort wo sie anmaßend und präpotent ist, und er kann dieses Sprechen sehr schön nachahmen. Hat er einmal ein Buch ins Herz geschlossen, dann ist es nicht leicht, sich ihm zu entziehen, ein Überzeugungstäter, die Buchhändlerinnen, die Buchhändler können davon berichten, wobei gesagt sein muss, dass er keineswegs eng in seinem Urteil ist. Es ist diese Lust am Lesen, ein Lesen, das ihn durch seine Kindheit und Jugend begleitet hat, das für ihn Teil einer Selbstfindung war, das er unermüdlich weiterzugeben versucht. Es ist eben nicht gleich, ob man Autos, Socken oder Computer verkauft oder diese besondere Ware Buch. Noch gibt es sie ja, diese Überzeugungstäter im Verlagswesen und im Buchhandel, und Reinhold Joppich ist ein ganz besonderes Exemplar dieser Gattung. “
Antonella Sellerio, gebürtige Römerin singt zur Gitarre poetische und leidenschaftliche Canzoni d‘Amore.
Eine gemeinsame Veranstaltung mit Società Dante Alighieri – Comitato di Darmstadt.
Im Anschluss laden wir zu Wein und Antipasti ein.
Autorenlesung, Sabine Ebert: "Der Fluch der Hebamme"
Do., 7. Oktober, 19:30 Uhr
Im Rahmen des 20-jährigen Partnerschaftsjubiläums mit Freiberg stellt die Freiberger Autorin Sabine Ebert ihren neusten Roman „Der Fluch der Hebamme“ vor, der am 1. Oktober 2010 in Freiberg Premiere feiern wird.
Der „Fluch der Hebamme“ ist der vierte und vorletzte Band einer Hebammen-Saga, die den Leser in die Zeit des Kaisers Barbarossa und des Dritten Kreuzzuges führt. Ein spannendes Stück Geschichte, bei dem es auch um den Mut der kleinen Leute, Zivilcourage und den aufrechten Gang geht.
Im Anschluss an die Lesung steht die Autorin für Fragen und zum Signieren zur Verfügung.
Eintritt: 5 €
Karten gibt es über das Bürgerinformationszentrum
Neues Rathaus, Luisenplatz 5a, Stadtfoyer, Tel. 132310
Büro für Städtepartnerschaften und internationale Beziehungen
Neues Rathaus, Luisenplatz 5
64283 Darmstadt
E-Mail: hauptamt@darmstadt.de
Tel. 06151-132323
Gastland Argentinien zur Buchmesse in Darmstadt
Eine Überraschungsautorin und Carmen Piazzini
Di., 12. Oktober, 20 Uhr
Der Großvater von der in Buenos Aires geborenen Pianistin Carmen Piazzini, Edmondo, ein enger Freund Puccinis, war aus Italien nach Argentinien ausgewandert und hat dort das Konservatorium Thibaud-Piazzini gegründet. Mit 5 Jahren erhielt sie den ersten Klavierunterricht. Mit 15 war sie eine gefeierte Pianistin, die mit einem ungewöhnlich großen Repertoire aufhorchen ließ. Nach ihrer Übersiedlung nach Deutschland wurde die junge Künstlerin bei Hans Leygraf ausgebildet und von Wilhelm Kempff über viele Jahre gefördert. Konzertsaal, Rundfunk, Fernsehen und Schallplatte belegen eine eindrucksvolle solistische Karriere mit einem breit gefächerten Repertoire, das von der Klassik bis zur zeitgenössischen Musik reicht. Ihr besonderes Interesse gilt auch der Kammermusik. Sie war Mitbegründerin des renommierten Álvarez-Quartettes.
Carmen Piazzini lebt in Darmstadt. Sie unterrichtete von 1985 bis 2006 als Professorin an der Musikhochschule in Karlsruhe, seit Sommer 2008 ist sie Nachfolgerin Hans Leygrafs als Leiterin von Meisterkursen an der Sommerakademie in Salzburg
Im Moment steht noch nicht fest welche Argentinischen Autoren die Buchmesse besuchen, also hat das Literaturhaus schon einmal „blind“ gebucht. Wir lassen uns überraschen, welche Autorin (denn es wird in jedem Fall eine Frau sein) an dem Abend bei uns zu Gast sein wird. Wir sind besonders glücklich, dass wir die wunderbare Pianistin Carmen Piazzini dazu einladen konnten. Eine Kooperation mit der Luise-Büchner-Bibliothek des Deutschen Frauenrings e. V.
Lassen Sie sich also überraschen.
Zu Gast in der Centralstation !
Georg Kreisler und Barbara Peters lesen
„Anfänge“ und „Zufällig in San Francisco“.
Ein Querschnitt.
Mo., 15. November, 20 Uhr
Centralstation
„Er hatte den gestrigen Abend gesucht,
da stieß er auf übermorgen.
Nun wurde der Reiseplan umgebucht
Und er ging, seine Sorgen entsorgen“
(Erste Strophe des Gedichts „Das Ende“
aus „Zufällig in San Francisco“)
Im Buch „Anfänge“ (Atrium Verlag) fängt Georg Kreisler alles Mögliche an, kommt aber nicht weit. Kurz nach dem Anfang bricht er ab. So beginnt er einen Krimi, eine Biografie, eine Sexualkunde, einen Brief an den Verleger und vieles mehr. Aller Anfang ist leicht, sagt er, durchhalten ist schwer. Die Kritik an konventionellen Wegwerfbüchern macht ihm und dem Publikum Spaß, die Entlarvung kommerziellen Schunds springt ins Auge und ins Herz. Im Buch „Zufällig in San Francisco“ (Verbrecher Verlag) präsentiert er zusammen mit Barbara Peters zum ersten Mal Gedichte, die er auf keinen Fall vertonen möchte und erklärt das in Prosa. Diesmal steht auf der Bühne kein Klavier, dafür ist es ein Abend der besonderen Art, komisch und nachdenklich, geistreich und bissig, Kreisler eben. Die schauspielerische Umsetzung einiger bekannter Liedertexte runden dann den Abend ab.
Georg Kreissler erhielt in diesem Jahr den
„Friedrich-Hölderlin-Preis" der Stadt Bad Homburg.
Wir sind stolz, dass wir Barbara Peters und Georg Kreissler für Darmstadt gewinnen konnten.
Eine Veranstaltung in Kooperation mit der
Centralstation: Einlass 19.00 Uhr
VVK 14,00 / 16,00 / 19,00 / 21,00 Euro (zzgl. Gebühren)
AK 18,00 / 21,00 / 23,00 / 26,00 Euro
Vorverkaufsschalter in der Centralstation am Empfang der Tagesgastronomie (Montag bis Samstag 11 – 17 Uhr), sowie im Internet unter www.centralstation-darmstadt.de und alle bekannten Vorverkaufsstellen
Eldad Stobezki
„Israel und die Juden im Spiegel zeitgenössischer Literatur“
Mo., 6. Dezember, 20 Uhr
Eldad Stobezki präsentiert eine Auswahl zeitgenössischer Literatur, Sach- und Jugendbücher, die 2010 in deutscher Sprache erschienen sind.
Es ist nicht nur der Krieg, der den Alltag und den Buchmarkt in Israel beherrscht. Mira Magén, Eshkol Nevo, Asaf Gavron, Nava Semel, Meir Shalev, Yishai Sarid, Asaf Schurr und andere wichtige Autoren erzählen von unterschiedlichen Themen – vom Gegensatz und der Koexistenz der Kulturen, von einem oft auch banalen Alltag in einer Krisenregion. In anderen Ländern schreiben jüdische Autoren über das Leben in der Diaspora, den Umgang mit dem Erbe des Nationalsozialismus in Deutschland und Österreich. Reisen in die Vergangenheit, Migrationsgeschichte und jüdische Tradition sind Gegenstand dieser Romane. Beispielhaft dafür stehen Michel Bergmann, Avi Primor und Kati Marton.
Eldad Stobezki, 1951 in Israel geboren, lebt nach einem Literaturstudium in Tel Aviv seit 1979 in Frankfurt am Main. Der Lektor, Gutachter und Übersetzer gilt als Kenner der israelischen Literaturszene und ist Experte für jene Literatur, die sich weltweit mit jüdischen Themen auseinandersetzt. Im Literaturhaus Darmstadt gibt er einen Überblick über Neuerscheinungen.
Ein Abend mit Musik und israelischen Spezialitäten im Rahmen der „Darmstädter Anne-Frank-Tage“ in Kooperation mit dem Verein Gegen Vergessen – für Demokratie e. V. (Regionalgruppe Rhein-Main / Bundesvorsitzender: Joachim Gauck) und der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Darmstadt e. V.

