Grußwort
Das Literaturhaus Darmstadt setzt sein Leseprogramm im 1. Halbjahr 2010 mit neuen Akzenten und neuer Programmleitung fort. Eines ist mir besonders wichtig: dass wir Ihnen weiterhin interessante Autorinnen und Autoren unter spannenden Themenschwerpunkten präsentieren können. Die inhaltliche Vorbereitung dieses Programms hat Kurt Drawert in kommissarischer Funktion übernommen. Es wurden darüber hinaus erste Schritte zur Umsetzung der Neukonzeption im Literaturhaus eingeleitet. So finden Sie auf der Homepage www.literaturhaus-darmstadt.de erstmals einen Überblick über die kulturellen Veranstaltungen der dort wirkenden Institutionen und Vereine. Wir haben außerdem ein Büro als Ansprechstelle dort eröffnet und neue Kooperationen und Angebote erweitern das kulturelle Spektrum des Literaturhauses.
Herzlich willkommen im Literaturhaus Darmstadt.
Ich freue mich über Ihren Besuch der Veranstaltungen.
Walter Hoffmann
Oberbürgermeister und Kulturdezernent
© Foto: Nikolaus Heiss
Deutsche Erzähler –
erzählte Geschichte
Verehrtes Publikum, liebe Freunde der Literatur,
das erste Programm für das Literaturhaus unter neuer Leitung und mit verändertem Konzept liegt vor, und wir hoffen, dass es Ihren Zuspruch und Ihr Interesse findet. „Deutsche Erzähler“ haben wir unseren ersten thematischen Schwerpunkt genannt – im Herbst wollen wir uns mit den „Tonlagen in der Literatur“ befassen. Also Sie sehen, dass wir in unserer Auswahl der Autoren und ihrer Bücher bestrebt sind, in der Zeit liegende Diskurse zu führen, anstatt von oben nach unten abzuhaken, wer oder was gerade in Mode ist. Das nun unterscheidet auch unser städtisches Haus von anderen literarischen Initiativen: dass wir einem kulturpolitischen Auftrag entsprechen und nicht einer privaten Präferenz. Und das heißt, Bedeutungen nicht nur zu reproduzieren, sondern zu schaffen. Falsche Antworten haben wir genug; versuchen wir, die richtigen Fragen zu finden. Wer könnte das besser als jene, die auf der Suche nach Wahrheit sind und nicht gleich behaupten, sie hätten sie gefunden, nur weil der Satz grammatisch noch zu retten ist – die Erzähler, Dichter und Essayisten. Denn Erzählen heißt auch, sich erinnern in Bildern. Diese Form des Denkens jenseits der vorgefertigten Meinungen und Ressentiments ist ein Wagnis, weil es die gesellschaftlichen Übereinkünfte stört. Zugleich aber begründet es ein Archiv der Gefühle, ohne das wir nicht wissen, wer wir waren, sind und sein können. In diesem Sinne freuen wir uns auf viele gute Lesungen und Gespräche. Kommen Sie zahlreich und seien Sie auf das Herzlichste begrüßt.
Ihr
Kurt Drawert

